"BEGEGNUNG MIT UNSERER GESCHICHTE"
Begonnen hat die Serie der geschichtlichen Bildungsreihe im Januar 2002 mit der Wanderausstellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben". Die Wanderausstellung wurde von den Jugendlichen aus den Bereichen Jugendclub und Streetwork mit regem Interesse besucht. Im Nachhinein ergaben sich zahlreiche Gespräche, und das Bedürfnis nach mehr angeleiteter Diskussion wurde laut. Im darauf folgenden Jahr besuchten wir mit interessierten Jugendlichen die viel umstrittene Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" in Halle. Als auch hier das Interesse groß war, setzten wir uns zusammen und überlegten, was für die Jugendlichen eine interessante Fortsetzung zur Arbeit an diesem geschichtlichen Thema sein könnte. So entstand das Projekt "Begegnung mit unserer Geschichte". |
|
31.10. - 04.11.2012 Fahrt nach Auschwitz (Anmeldung erforderlich) |
|
Fahrt nach Bergen Belsen mehr |
|
Bildungsfahrt nach Schwerin mehr |
|
Fahrt nach Lommel (Belgien) mehr |
|
Fahrt nach Berlin mehr |
|
Ravensbrück / Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers mehr |
|
Fahrt nach Ysselsteyn mehr |
|
Fahrt nach JBS Golm mehr |
|
Ausstellung “Neofaschismus in Deutschland” mehr |
|
Gedenkstätte Buchenwald mehr |
|
JBS Golm mehr |
|
Mauergedenkstätte Berlin mehr |
|
Dresdner Frauenkirche mehr |
|
Theresienstadt und Lidice mehr |
|
Konzentrationslager in Sachsenhausen mehr |
|
Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" mehr |
|
Euthanasie in Bernburg mehr |
|
Ausstellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben" mehr |
|
Die Gedenkstätte Bergen- Belsen war für 15 Jugendliche das Ziel der Jugendbildungsfahrt im Rahmen des Projektes „Begegnung mit unserer Geschichte XII“ vom 15.10.bis 17.10.2011. Wir besuchten den Sowjetischen Kriegsgefangenfriedhof, die Verladerampe an der die Häftlinge ankamen und abgingen und die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Bergen-Belsen ist seit 1945 ein internationaler Erinnerungsort. Mahnmale aus der Nachkriegszeit erinnern an die Menschen, die hier zwischen 1941- 1945 umkamen. Die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum informiert über die Geschichte des Lagers, und leistet eindrucksvolle Erinnerungsarbeit. Im Zentrum dieser Bildungsfahrt stand auch die Beschäftigung mit Einzelschicksalen von ehemaligen KZ- Häftlingen. Bekanntestes Opfer der Nationalherrschaft in Bergen-Belsen war Anne Frank. Durch das Erforschen des Lebenslaufes von Anne Frank wurde ihre kurze Lebensgeschichte analysiert und ein emotionaler Zugang zur NS- Geschichte geschaffen. Tiefe Betroffenheit erzeugte die Arbeit ihrer Biographie, da Anne Frank so alt war wie die meisten der Teilnehmer heute selbst sind. Natürlich gehörte zu dieser Gedenkstättenfahrt eine entsprechende Nachbereitung, die ausgiebige Reflexionsmöglichkeit bot. Hier wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, ihre Trauer zu verarbeiten und ihre Gedanken zur Sprache zu bringen. Wir boten den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihren vielfältigen Bezügen zur Gegenwart auseinanderzusetzen. zurück |
![]() |
|
Unsere Fahrt ging am Donnerstag um 12.12 Uhr vom Köthener Bahnhof los. 14 Jugendliche beteiligten sich an unserem Bildungsprojekt. Nach zweimaligen Umsteigen und einer kurzen Weiterfahrt mit dem Bus in Schwerin kamen wir gegen 17.00 Uhr in der Jugendherberge an. Natürlich wurden zuallererst die Zimmer eingerichtet. Unsere 9 Jungs bezogen ein Zimmer und auch die Mädchen teilten sich ebenfalls für die nächsten Tage eine Unterkunft. Zur Vorbereitung auf den nächsten Tag gab es nach dem leckeren Abendbrot die erste Bildungseinheit. Gemeinsam sprachen wir über Toleranz, Diskriminierung und Euthanasie und erarbeiteten in diesem Kontext auch die Notwendigkeit von Zivilcourage. Der nächste Morgen begann für alle um 8.00 Uhr, denn wir wollten das Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland besuchen. In diesem Dokumentationszentrum hatten wir die Möglichkeit, uns die dreiteilige Dauerausstellung „Eugenik- Euthanasie im 2. Weltkrieg“ anzusehen. In dem anschließendem Workshop befassten sich die Jugendlichen mit Hilfe der Bearbeitung von Einzelschicksalen mit der NS "Euthanasie" und ihren Folgen sowie auch mit der Zwangssterilisation im so genannten "Dritten Reich". Das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" ("Erbgesundheitsgesetz") erlaubte die Sterilisation von Schwachsinnigen, Schizophrenen, Epileptikern, Blinden, Tauben, Körperbehinderten und Alkoholkranken auch gegen ihren Willen. Es trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Die Idee des Gesetzes war eindeutig ras-sistisch. In einer anschließenden Stadtführung durch Schwerin setzen sich die Jugendlichen mit dem Thema „Jüdische Geschichte“ auseinander. Wir suchen Stolpersteine auf, erfuhren Wissenswertes über das Schicksal dieser Opfer und besuchten die Synagoge, die am 3. Dezember 2008 eingeweiht wurde und sich im Innenhof der Gebäude Schlachterstrasse 3 und 5 befindet. Die damaligen Gemeindemitglieder mussten ihre Synagoge 1938 nach der Verwüstung durch die Nationalsozialisten eigenhändig abtragen. Heute, mehr als 60 Jahre nach dem Holocaust, ist die Jüdische Gemeinde Schwerin die Zweitgrößte in Ostdeutschland. Eine Reflexion des Tages erfolgte jeweils am Abend in offenen Gesprächsrunden. Hier war genügend Freiraum für eine kritische Auseinandersetzung des Erlebten und Gesehenen gegeben. Die den Jugendlichen weiterhin unterbreiteten Angebote basierten auf der Förderung eines demokratischen Wertebewusstseins und Verhaltens als Beitrag zur Sicherung der demokratischen Grundlagen des Gemeinwesens. Am Samstag teilte sich unsere Gruppe es wurde in der Freizeit geklettert, gespielt bzw. baden gegangen. Inhaltlich bearbeiteten wir das Thema Rechtsradikalismus und derzeitige Tendenzen. Hier wurde deutlich, dass sich junge Menschen gern mit der Geschichte auseinandersetzen, jedoch den emotionalen Bezug oft vermissen. Die Zeit in Schwerin verging für alle Beteiligten viel zu schnell, denn Sonntagmittag hieß es schon wieder: „Es geht wieder nach Hause!“ zurück |
|
|
Auch in diesem Jahr stand wieder eine Jugendbildungsfahrt unter dem Thema „Begegnung mit unserer Geschichte“ an. Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte Martinskirche und Streetwork Köthen wurde vom 21.10. bis 24.10.2010 in Lommel in Belgien durchgeführt. Die Jugendbegegnungsstätte Lommel liegt direkt an der größten Kriegs-gräberstätte des Zweiten Weltkrieges im west-europäischen Ausland. Auf dem Friedhof ruhen ungefähr 39.000 Gefallene des Zweiten Weltkrieges und 542 Tote des Ersten Weltkrieges, die bis zu ihrer Überführung nach Lommel auf dem belgischen Soldatenfriedhof Leopoldsburg bestattet waren. Nach den Umbettungen in den Jahren 1946-1947 ließen die belgischen Behörden für je zwei Tote ein massives Betonkreuz setzen. An den Kreuzen wurden die Namen der Gefallenen - sofern diese festgestellt werden konnten - auf Emailleschildchen angebracht. Die Erkenntnis, dass die Gefallenen sich zum größten Teil im Alter von 20 Jahren befanden, ließ niemanden von den Teilnehmern unberührt. Neben der Führung über den Friedhof, war die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Einzelschicksal von Christian-Friedrich Rosendahl ein weiterer Schwerpunkt unseres Bildungsprojektes. Tiefe Erschütterung und Erschrockenheit zeigt sich bei den Teilnehmern, als sie erkannten, welch schwierige Bürde der 23 Jährige in so jungen Jahren durchzustehen hatte. Er hatte keinerlei Wahl und anhand seiner Biographie wurde den Teilnehmern bewusst, welch angenehmes Dasein sie im Gegenzug zu ihm haben. Ein weiterer Bestandteil der Fahrt war der Besuch des Auffanglagers „Fort Breendonk“ in Willebroek. Das Fort Breendonk ist eine Festungsanlage, deren Baubeginn auf das Jahr 1906 zurückgeht. Ab 1940 wird Breendonk zum SS-Auffanglager unter Aufsicht der Sicherheitspolizei und des Sicherheits-dienstes der deutschen politischen Polizei. Das von den Nazis eingeführte Regime unterscheidet sich nur wenig von dem eines richtigen KZs. Die ca. 3.500 Inhaftierten litten unter Unterernährung und wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Die zahlreichen Misshandlungen führten bei einigen Gefangenen zum Tod. Während der Führung wurden den Teilnehmern diese Gräueltaten sehr direkt und ohne Verschönerung erörtert. Anhand erhaltener Informationen während der Führung und dem authentischen Zustand des Forts, machten sich bei allen Teilnehmern große Betroffenheit und Entsetzen über diese damaligen vorherrschenden schlimmen Zustände breit. zurück |
|
|
Wir haben unser Bildungsprojekt auch 2010 fortgesetzt. Aus diesem Anlass fuhren am 30.06.2010 zehn Jugendliche nach Berlin/Marienfelde und besichtigten dort das Notaufnahmelager. Wir erhielten dort Informationen über die Flucht im geteilten Deutschland in dem Zeitraum von 1953 bis zum Ende des Bestehens der DDR. In sieben Themenräumen spannte die Ausstellung den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die BRD. Den Abschluss dieses Bildungsprojektes bildete ein Treffen mit einem Zeitzeugen, welcher über seine persönliche Flucht aus der DDR sprach und dabei auch seine Erfahrungen zum Ausdruck brachte. zurück |
|
|
Fürstenberg an der Havel war für 15 Jugendliche aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, dass Ziel der Jugendbildungsfahrt 2009. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, wo sich einst das Frauenkonzentrationslager befand, war vom 16. bis 18.10.2009 der Ort, wo wir uns mit der Geschichte von 1939 bis 1945 beschäftigten. In diesem Zeitraum sind etwa 132.000 Kinder und Frauen dort eingesperrt gewesen. Nach der Zugfahrt begannen wir mit unserem Projekt. Als Einführung sahen wir uns einen Dokumentarfilm an, wo Zeitzeugen über ihre Erlebnisse berichteten. Den Rest des Nachmittags nutzten wir, um die Mahn- und Gedenkstätte individuell zu erkunden. Im Anschluss besichtigten wir unter Führung einer pädagogischen Mitarbeiterin, dass Areal am Ufer des Schwedtsees, wo wir viele Informationen erhielten. Am Samstag setzten sich die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen mit den Themen: „Transport“, „Ankunft“, „Täterinnen“, „Kinder“, „Biografie“ und „Zwangsarbeit“ auseinander. In diesem Zusammenhang nutzten wir die vorhandenen Teile der ehemaligen Konzentrationslageranlage sowie die zahlreichen Ausstellungen. Die Zeit verging viel zu schnell, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Aus diesem Grund verwendeten wir den Sonntagvormittag vor der Abreise noch einmal für Diskussionen und für individuelle Gespräche. Weiterhin haben wir uns den Zellenbau angeschaut, wo Frauen aus 40 Nationen eingesperrt waren. Dieser Zellenbau ist jetzt ein Lagermuseum, wo Überlebende aus vielen Ländern Europas Erinnerungsstücke, Zeichnungen und Dokumente stifteten. Gerade diese „Ausstellung der Nationen“, die es den einzelnen Ländern ermöglichte, selbstständig ihre Räume zu gestalten, rief tiefe Emotionen hervor. Für alle Beteiligten war diese Fahrt ein Erfolg. Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen wird 2010 selbstverständlich mit einer Fahrt nach Berlin am 19.05.2010 und in den Herbstferien mit einer Fahrt nach Lommel (Belgien) fortgesetzt. Interessierte ab 14 bzw. 16 Jahren können sich dafür schon bei der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen melden. Bedanken möchten wir uns noch für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen und dem Landkreis Anhalt Bitterfeld. zurück |
|
|
Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr fuhren Jugendliche aus Köthen zu einer Kriegsgräberstätte, um sich mit den Folgen der Kriegszeit auseinander zu setzen. Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte Martinskirche und Streetwork Köthen wurde am 16. bis 19. Oktober in Ysselsteyn in den Niederlanden durchgeführt, nachdem in den Sommerferien Jugendliche sich in Mecklenburg-Vorpommern einen Soldatenfriedhof in Kamminke anschauten. In Ysselsteyn haben ca. 32 000 Kriegstote auf einem 30 Hektar großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft „De Peel“ ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auf diesem Friedhof ruhen alle im zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gefallenen und verstorbenen Deutschen, soweit sie nicht in ihrer Heimat überführt wurden. Neben der Führung über dem Friedhof und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem 81-jährigen Zeitzeuge Ernst Verduin ein Programmpunkt dieser Bildungsveranstaltung. Mit Wut, Trauer und tiefer Erschrockenheit haben die Jugendlichen die erhaltenen Information aufgenommen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass Aufklärung und „Verantwortung übernehmen“ wichtige Pfeiler für eine friedliche Zukunft darstellen. ![]() Ein weiterer Bestandteil der Fahrt war der Besuch der Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Schon in der Vorbereitung beschäftigten wir uns mit dem Schicksal von Anne Frank als Synonym für die viele Opfer der Jugendverfolgung im zweiten Weltkrieg. Aufgrund des pädagogischen Programms „Ein deutsches Mädchen in den Niederlanden“ konnten wir tiefere Einblicke in das Leben der Untergetauchten gewinnen und auch über die Vorurteile und Diskriminierung in der heutigen Zeit diskutieren. Alle Teilnehmer haben n der Abschlussbesprechung ihr Interesse an weiteren Projekten dieser Art bekundet und möchten sich gleichzeitig für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen, der Stiftung Gedenken und Frieden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt bedanken. Ein weiterer Dank geht an alle Einwohner der Stadt Köthen, die durch ihre Spenden beim vorjährigen Weihnachtsmarkt dazu beigetragen haben, diese Fahrt zu ermöglichen. zurück |
|
|
JBS Golm vom 21.07.2008. bis 24.07.2008 Unsere Jugendbildungsfahrt vom 21. bis 24. Juli 2008 führte uns zum wiederholten Male in die Bildungsstätte Golm (Kamminke). Die Teilnehmer waren überwiegend junge Clubbesucher, die kaum über Kenntnisse über die historischen Hintergründe des 2. Weltkrieges verfügten. Aus diesen Grund erfolgten am 1. Tag eine kurze Einweisung. Dabei wurden auch DVD’s über die Machtübernahme Hitlers gezeigt. Am Dienstag gingen wir zum Friedhof und erfuhren, dass nach Schätzungen circa 20.000 Menschen am 12.03.1945 durch einen Luftangriff starben. Unsere Jugendliche beschäftigten sich mit Einzelschicksalen und erfuhren so viel über das Leid der Betroffenen. Auch am nächsten Tag setzten wir uns mit der Geschichte auseinander. Dokumentenfilme über die Hitlerjugend sowie über den „Bombenangriff auf Dresden“ ruften Entsetzen und tiefe Erschütterung hervor. Trotz dieser inhaltlichen Bildungsarbeit blieb Zeit für Erholung und Spaß, den wir insbesondere beim Baden in der Ostsee hatten. zurück |
|
Vom 23. Februar bis 24. März diesen Jahres fand in der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ in Köthen eine Ausstellung zum Thema „Neofaschismus in Deutschland“ statt. Diese Ausstellung wurde durch das Multikulturelle Jugendzentrum in Wolfen und der AG Neofa ermöglicht, welche derzeit eine Infotour in Jugendeinrichtungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit dem Thema „Wer schweigt, stimmt zu!?“ durchführen. Die Notwendigkeit eine solche Ausstellung zu gestalten, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Lehren, welche aus der Nazidiktatur gezogen wurden, zu verblassen drohen. Den Besuchern wurde ein Überblick über das Gesamtthema „Neofaschismus“ gegeben. Auf 29 Tafeln wurde Neofaschismus als „politisches Lager“ aus ganz unterschiedlichen Akteuren, Parteien, Kameradschaften, Vereinen, Verlagen, Bands usw. behandelt. Aufgeteilt in mehreren Komplexe analysierte sie diese Anschauung, stellte die Organisationen, ihre Symbolik sowie ihr Auftreten in Subkulturen dar und warf schließlich einen umfangreichen Blick auf Zusammenhänge und Hintergründe; auch in direktem Vergleich mit dem Faschismus 1933-1945 und dessen Zustande kommen. Im abschließenden Teil wurden Anregungen im Kampf gegen den Neofaschismus gegeben. Zielgruppe war und ist eine breite und interessierte Öffentlichkeit. Speziell für Jugendliche, Jugendgruppen und Schulklassen wurde eine vertiefende Beschäftigung mit diesem Thema durch pädagogisches Zusatzmaterial angeboten. So wurde durch das Engagement der Mitarbeiter der städtischen Jugendeinrichtung „Martinskirche“ eine ganztägige Besichtigung dieser Ausstellung gewährleistet. Insgesamt nahmen 24 Schulklassen unterschiedlichster Klassenstufen der Schulen in der Stadt Köthen das Angebot an. In der Eröffnungsveranstaltung mit etwa 60 Besuchern wurde u.a. durch die Referentin des Vereins „Miteinander“ e.V. auf die Gefahren des Rechtsextremismus verwiesen. Einen abschließenden Höhepunkt erlebte die Ausstellung am 14.03. durch eine von der AWO Köthen organisierte Buchlesung des Schriftstellers Roland Herbert über sein Buch „Ich war ... Jacob“. Dieses Buch erzählt die fiktive Geschichte um einen kleinen jüdischen Jungen, der kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges in der Gaskammer umkommt. Die Erschütterung und Anteilnahme für das erzählte Geschehen war in den Augen der Zuschauer deutlich sichtbar. Somit gehen wir mit einer positiven Resonanz aus dieser Erfahrung heraus, in der Hoffnung Einige zum Nach- oder sogar Umdenken bewegt zu haben. zurück |
|
|
Unter unsere Rubrik “Begegnung mit unserer Geschichte” fuhren wir am 20. Oktober 2007 zum Konzentrationslager Buchenwald (bei Weimar). In der Gedenkstätte Buchenwald bekamen wir dann eine Führung durch das Gelände. Die Informationen über den Aufbau des Lagers 1937 sowie über das Schicksal von Hermann Kempeck und anderen Mitgefangenen berührten uns sehr. Circa eine Viertelmillion Menschen aus allen europäischen Ländern waren von Juli 1937 bis April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Opfer schätzt man auf etwa 56000 und das ist nur ein Lager von Vielen! Eine Woche später gab es bei uns in der Martinskirche ein Nachtreffen. Hier hatten wir Zeit, um uns über das Gesehene auszutauschen. Unsere Eindrücke haben wir dann auf eine Wandzeitung verarbeitet, welche jetzt im Streetworkerbüro hängt. zurück |
![]()
|
|
Unsere diesjährige Fahrt im Rahmen des Projektes „Begegnung mit unserer Geschichte“ führte uns auf die Insel Usedom. Vom 26.10.2006 bis 28.10.2006 waren wir (JBS Martinskirche und Streetworker Köthen) mit zwanzig Jugendlichen zu Gast in der JBS Golm, welche vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.“ betrieben wird. Der Volksbund eröffnete die Jugendbegegnungsstätte im März 2005 und betreibt als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene Jugend- und Schularbeit. Nach der langen Reise nutzten wir die restlichen Abendstunden, um uns den Film „Der Pianist“ anzuschauen. Tief beeindruckt und emotional erschüttert von den Erlebnissen der Hauptperson, diskutierten wir auch noch die darauf folgenden Tag über den sinnlosen Krieg und die Gewaltherrschaft. Der nächste Tag war geprägt von dem Besuch der Kriegsgräberstätte auf Golm. Circa 23.000 Kriegstote, darunter überwiegend Zivilisten, sind auf diesem Friedhof zum Teil in Massengräber begraben wurden. Sie wurden alle Opfer des amerikanischen Luftangriffes auf die mit Flüchtlingen überfüllten Stadt Swinemünde am 12. März 1945. Nach einer kurzen geschichtlichen Darstellung der Ereignisse, begannen unsere Jugendlichen mit der Spurensuche. Einzelne Gruppen setzten sich mit Einzelschicksalen auseinander und schilderten ihre Erkenntnisse den anderen Mitstreitern in der anschließenden Zusammenkunft. Durch die aktive Beteiligung lernen die Jugendlichen in einen geschichtsbezogenen Entdeckungs- und Lernprozess, Verantwortung für eine friedliche Zukunft zu übernehmen. Am Freitag wurde die Grenze zwischen Deutschland und Polen sowie die polnische Stadt Swinoujscie besucht. In Swinoujscie entdeckten die Jugendliche eine polnische Stadt mit deutschen Wurzeln. Den Samstagvormittag nutzten wir, um die Briefe, die Wladyslaw Szpilman (der Pianist) an seine Frau schrieb, als Zeitzeugnisse auszuwerten. Während all diesen Veranstaltungsinhalten erfuhren unsere Jugendlichen, dass Meinungsfreiheit, Wahrung der Menschenrechte, Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind, sondern das Engagement jedes Einzelnen erfordern. Es war eine wirklich gelungene Fahrt. Dank gilt den Organisatoren der JBS Golm. zurück |
|
|
Gemeinsam mit der Streetworkerin Christine Krohn führten wir am 29. und 30. Mai das Bildungsprojekt „Begegnung mit unserer Geschichte“ fort. Für diese Veranstaltung „Mauergedenkstätte Berlin“ konnten wir 13 Jugendliche gewinnen, die sich mit der Geschichte und der Teilung Deutschlands an den beiden Ferientagen auseinander setzen. Den Montag nutzten wir zur Einstimmung. In einer Gesprächsrunde konnte man dann eigene bzw. fremde Ereignisse, Erlebnisse und Erfahrungen bezüglich der Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands austauschen. Im Anschluss sahen wir uns den Film „Sonnenallee“ an. Gegen 19.00 Uhr aßen wir noch zusammen Abendbrot. Am nächsten Morgen war 08.15 Uhr Treffpunkt für unsere Jugendlichen. Gegen 08.34 Uhr kam dann auch unser Zug. In Berlin-Ostbahnhof angekommen, schauten wir uns die 1,3 km gut erhaltene und von Künstlern aus aller Welt gestaltete Mauer an. Dieses Zeugnis der Teilung Berlin steht auch unter Denkmalschutz. Anschließend sind wir mit der U-Bahn zur Friedrichstraße gefahren und haben uns das Mauermuseum angeschaut. Nach zwei Stunden Aufenthalt in diesem sehr informativen Museum ging es zum wohl bekanntesten Grenzübergang zwischen Ost und West – dem Checkpoint Charlie. Danach ging es zum Mahnmal von Peter Fechter. Peter Fechter war einer der ersten Maueropfer, der am 17.08.1962 die Mauer zu überwinden versuchte. Auf seiner Flucht wurde er auf der Mauerkrone beschossen. Schwer verletzt fiel er zurück auf Ostberliner Boden, wo er verblutete. Die Bilder des sterbenden 18-jährigen Bauarbeiters gingen und gehen heute noch um die ganze Welt. zurück |
|
|
Im Februar 2006 unternahmen wir eine Tagesfahrt nach Dresden, um die Frauenkirche zu besichtigen. Fortuna war mit uns, nicht nur das unsere Züge pünktlich waren, nein auch das Wetter zeigte sich von der schönen Seite. Angekommen in Dresden war erst mal "Essen fassen" angesagt. Danach ging es schnurstracks zur Frauenkirche. Der Name „Frauenkirche“ wurde abgeleitet von dem Namen „Unserer lieben Frau“, denn die Vorgängerkirche war Maria, der Mutter Jesus geweiht. Einige von uns waren wohl überrascht gewesen, in welcher majestätischen Pracht sich die Frauenkirche, sowohl von außen als auch von innen repräsentierte. Bei der Führung erfuhr man, dass der Ratszimmermeister Georg Bähr vom Stadtrat Dresden mit der Planung und den Bau eines neuen Gotteshaus beauftragt wurde. Im Jahre 1726 wurde feierlich der Grundstein gelegt und mit dem Aufsetzen des Turmkreuzes 1743 wurde der Bau abgeschlossen. Während des siebenjährigen Krieges hielt die Frauenkirche, den preußischen Kanonenkugeln stand. So entstand die Legende, dass die Kirche unzerstörbar sei. Auch am 13.Februar 1945 hielt die Frauenkirche der Bombennacht zu Dresden zunächst stand und gewährte etwa 300 Menschen Zuflucht in der Krypta. Aber durch den Feuersturm, der in Dresden wütete, drang das Feuer durch die zerstörten Fenster und verbrannte so die gesamte hölzerne Inneneinrichtung. Am 15. Februar 1945 fiel die Kuppel in sich zusammen. 1966 wurde die Ruine zum Mahnmal erklärt. Anfang der neunziger Jahre begann man mit dem Wiederaufbau der Kirche. Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche geweiht. Nach der interessanten Führung bot sich die Zeit an für eine individuelle Spurensuche. Es war für alle ein sehr interessanter Tag. Der Mensch ist in der Lage, Wunderbares zu erschaffen, aber auch dieses zu zerstören. zurück |
|
![]() ![]() Am 21. Oktober 2005 begann unsere dreitägige Bildungsfahrt, wir fuhren mit unseren Jugendlichen nach Tschechien. Dort besuchten wir Lidice, ein Ort, welcher von den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg ausgelöscht wurde. Die Begegnungen an den Gräbern der Opfer und an den Gedenkstätten veranlasste uns zum Nachdenken über die Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft. ![]() Die nächsten beiden Tage nutzten wir, um uns das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt anzuschauen. Nicht nur die zahlreichen vorhandenen Ausstellungen, sondern auch die gezeigten Filme mahnten zum Frieden. Den Jugendlichen wurde auch beim Rundgang durch die Festung ihre Verantwortung für den Frieden und den demokratischen Umgang mit Menschen bewusst. In den offenen Gesprächsrunden gab es viel Freiraum für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Erlebten und für ein individuelles Gedenken der Opfer. zurück |
|
|
Nach einem gemeinsamen Frühstück am 24.10.2004 fuhren wir mit dem Zug nach Sachsenhausen. Im dortigen Konzentrationslager erhielten wir eine sehr aufschlussreiche Führung über das Geschehene am Ort. Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 von Häftlingen errichtet. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Die Häftlinge waren zunächst politische Gegner des NS-Regimes bzw. Unerwünschte als rassisch oder biologisch minderwertig erklärte Gruppen. Später, ab 1939 kamen zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas hinzu. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Auf den Todesmärschen nach der Evakuierung des Lagers Ende April 1945 starben noch einmal Tausende von Häftlingen. Etwa 3000 im Lager zurückgebliebene Kranke wurden am 22. April 1945 von russischen und polnischen Einheiten der Roten Armee befreit. Nach der Führung hatte jeder die Möglichkeit, unter den zahlreichen Angeboten der Ausstellungen auszuwählen. Die Rückfahrt nutzten wir, um Gesehenes auszuwerten und unsere Eindrücke wiederzugeben. zurück |
|
|
Vernichtungskrieges 1941 – 1944“ Am 3. Januar 2004 fuhren wir nach Halle, um uns die Ausstellung anzuschauen. Jeder musste die Fahrt, sowie den Eintritt selbst finanzieren, was eben einige abschreckte, mitzufahren. Erstaunt waren wir, als wir feststellten, dass unsere Streetworkerin die gleiche Idee hatte, sodass wir als kleine Gruppe gemeinsam auf Erkundungsreise gingen. Circa zwei einhalb Stunden nutzte die Gruppe, um sich im „Tschernyschewskij Haus“, dort befand sich die Ausstellung, zu informieren. Schnell wurde deutlich, in welch erschreckendem Ausmaß die Wehrmacht am Verbrechen, insbesondere an jüdischen und sowjetischen Menschen, beteiligt waren. Auch wenn dies in der Bundesregierung bis in den siebziger Jahren vehement verneint wurde. Das riesige Interesse an dieser Ausstellung wurde sicherlich auch durch die sehr gute Veranschaulichung geweckt. Schautafeln mit übersichtlich angeordneten Fakten, sowie Hördokumente gaben die Möglichkeiten viele, auch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Tief ergriffen war die Gruppe über die Feldpostbriefe, die deutlich zeigten, wie starrsinnig „die Oberen“ (Funktionäre etc.) Soldaten noch am Ende des Krieges regelrecht opferten, obwohl schon lange vor Kriegsende klar war, dass Deutschland diesen Krieg nicht gewinnen konnte. Es war für alle ein sehr interessanter Tag, der uns sehr nachdenklich und emotional betroffen machte. zurück |
|
|
Gleich zweimal, einmal in Juni und das zweite Mal in Oktober 2003, besuchten wir mit interessierten Jugendlichen die ehemalige Euthanasie in Bernburg. Euthanasie bedeutet so viel wie Herbeiführung des Todes. Bernburg war von 1940 bis 1941 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten im dritten Reich. In den Euthanasieanstalten wurden kranke und behinderte Menschen sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern getötet. Über 9.000 kranke und behinderte Menschen wurden von 1940 bis 1941 durch Gas ermordet. Danach erfolgte die Tötung von kranken und behinderten Menschen dezentralisiert und reichsweit in anderen psychiatrischen Anstalten durch Überdosierungen von Medikamenten oder durch Entzug der Nahrung. In Bernburg erfolgte dann die Tötung von Häftlingen aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Sachsenhausen, Neuengamme, Ravensbrück, Flossenbürg und Groß-Rosen. Tief betroffen von den sehr interessanten Informationen schauten wir uns die Räumlichkeiten der Euthanasie an. In der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passieren wird, bedanken wir uns bei Frau Hoffmann, die uns diese Ausstellung zeigte. zurück |
|
|
Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Dokumentation der Kinder- und Jugendkonzentrationslager Moringen (bei Göttingen) und Uckermark (bei Ravensbrück). Die Existenz dieser so genannten “Jugendschutzlager“ wurde fast 40 Jahre lang in beiden deutschen Staaten verschwiegen. In den 80er Jahren kam der Historiker Heinrich Muth bereits nach einem ersten Aktenstudium und ohne genauere Kenntnisse des Lageralltags und der unsäglichen Umstände, denen die Kinder und Jugendliche ausgesetzt waren, zu dem Schluss, dass das „Jugendschutzlager“ Moringen den Charakter eines „allgemeinen Konzentrationslagers für Jugendliche“ trug. Recherchen zum Mädchen-KZ Uckermark konnten erst nach dem Fall der Mauer aufgenommen werden. Um über diese „vergessenen“ jungen Opfer des NS-Terrors zu gedenken, organisierte der Verein „Miteinander“ in Zusammenarbeit mit Martin Guse (Konzept und Inhalt) die Wanderausstellung in Sachsen-Anhalt. Um die Wanderausstellung kurzer Hand nach Köthen zu holen, stellten wir unseren großen Saal gerne zu Verfügung. Dass die Ausstellung gerade auch in der heutigen Zeit einer große Bedeutung hat, zeigte die Präsenz wichtiger Persönlichkeiten unserer Stadt bei der offiziellen Eröffnung. zurück |
|